UNIVERSITÄTSAUGENKLINIK

Geschichte der Augenklinik

RomeickIm Jahr 1930 wurde am Sudenburger Krankenhaus Magdeburg aufgrund eines Magistratsbeschlusses die Augenklinik gegründet. Ihr erster Direktor war Dr. F. Romeick (Abbildung 1.), der die Klinik von 1930 bis 1950 leitete. Zunächst bestand noch bis 1945 eine gemeinsame Augen- und HNO-Klinik, die sich im Pavillon IX (jetzt Haus 9 HNO-Klinik) befand. Die Augenklinik verfügte zur Zeit ihrer Gründung über 45 Betten.Von 1950 bis 1956 war Dr. Wilhelm Direktor der Augenklinik. In dieser Zeit erfolgte der Umzug der Klinik von Haus 9 in den Ostflügel des Hauses 14 (früheres Müllersches Siechenhaus).

 

MüllerMit dem Umzug der Augenklinik war eine Erhöhung der Bettenzahl auf 68 Betten und eine Modernisierung der Klinik verbunden. Im Herbst 1954 ist die "Medizinische Akademie Magdeburg" gegründet worden. Dr. Wilhelm gab 1956 seine Stelle als Chefarzt  auf.

HeydMit der Besetzung des Lehrstuhls begann ein neuer Abschnitt in der Entwicklung der Augenklinik, der besonders durch die Einrichtung von neuen Abteilungen und wissenschaftlichen Laboratorien gekennzeichnet war. Als erstes wurde 1957 ein pathohistologisches Laboratorium eingerichtet. Im Jahr 1958 nahm die Sehschule ihre Arbeit auf, 1959 wurde ein Laboratorium für physiologisch-optische Untersuchungen eingerichtet und 1960 wurde in der Poliklinik eine Dispensaire-Abteilung für Glaukompatienten eröffnet. Im Jahr 1966 wurde Prof. Dr. A. Heydenreich als Ordinarius an die Jenaer Universitätsaugenklinik berufen.  
  GiessmNach der Berufung von Prof. Heydenreich nach Jena wurde am 1.9.1966 Prof. Dr. H.-G. Gießmann (Abbildung 4.) auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde in Magdeburg berufen und zum Direktor der Klinik ernannt. In den Jahren 1968 bis 1972 erfolgte eine Renovierung der Klinik. Es wurde ein Anbau vorgenommen, in dem ein neuer Operationssaal und die Bibliothek untergebracht wurden. Die Abteilung für physiologische Optik wurde erweitert und die Abteilung für Elektroretinographie neu aufgebaut. Nach der Renovierung verfügte die Klinik dann über 3 Stationen mit 73 Betten, einen OP-Trakt und einer Ambulanz mit 4 Behandlungsräumen. 1968 wurden mikrochirurgische Operationsmethoden eingeführt und weiterentwickelt. Prof. Dr. H.-G. Gießmann leitete die Augenklinik bis zu seiner Pensionierung 1987.
HWSchlote Anschließend wurde die Leitung der Klinik bis 1992 von Prof. Dr. H.-W. Schlote übernommen. Die Klinik wurde renoviert und der Neubau eines OP-Traktes initiiert. Professor Schlote war bis zur Ernennung zum ordentlichen Professor für Augenheilkunde und Direktor der Augenklinik der Medizinischen Akademie Magdeburg als Chefarzt der Augenklinik Chemnitz (mit 116 Betten, eine der größten Augenkliniken der ehemaligen DDR) sowie mehrere Jahre in der Entwicklungshilfe in der damaligen Volksrepublik Kongo tätig. Unter Prof. Schlote wurde die Phakoemulsifikation in die klinische Routine sowie die Vitrektomie eingeführt.  
 

bb_swSeit 1992 war Prof. Dr. W. Behrens - Baumann (Abbildung 6.), der zuvor als leitender Oberarzt an der Universitäts-Augenklinik in Göttingen tätig war, Direktor der Augenklinik der "Otto-von Guericke Universität" Magdeburg. Von 1991 bis 1998 wurde die gesamte Augenklinik umgebaut und modernisiert. Zunächst wurde ein neuer Operationstrakt, bestehend aus zwei OP-Säalen, die mit modernster Technik ausgestattet sind, im Hauptflügel des Hauses in Betrieb genommen. Es folgten die Renovierung  der Stationen, der Ambulanz, des Dach- und Kellergeschoßes mit den Laborräumen und Arbeitszimmern sowie des Treppenhauses. Die Patientenzimmer wurden mit modernen Sanitäreinrichtungen, Fernseh- und Telefonanschluß ausgestattet. Die Zahl der Betten auf den drei Stationen wurde reduziert, jedoch konnte die Anzahl der Operationen erhöht werden. Diese umfassen das gesamte Spektrum augenärztlicher Eingriffe inklusive vitreoretinale Operationen (pars plana Vitrektomie  mit subretinaler Chirurgie und Retino- und ektomien), Cataractchirurgie unter anderem mit Multifokallinsenimplantation, Glaukom- und Lidoperationen sowie zusätzlich refraktive Eingriffe, wie z.B. die Myopie-, Hyperopie- und Astigmatismuskorrektur mittels Excimerlaser. Aufgrund der Entwicklung der OP-Techniken werden unter anderem auch ambulante Cataract-Operationen durchgeführt. Im Jahr 1998 wurden in der Klinik ca. 2000 stationäre und ca. 14 000 ambulante Behandlungen durchgeführt.

Haus 60bNoch unter der Leitung von Prof. Behrens-Baumann zog die Augenklinik im September 2004 erneut um, diesmal in den prominenten Neubau an der Leipziger Straße. Im Haus 60B befinden sich seither die Poliklinik sowie der stationäre Bereich mit 42 Planbetten,  diverse Spezialeinrichtungen (z.B. Sehschule, Sehschwachenlabor, Kontaktlinsenabteilung) sowie eine hochmodern ausgestatte Funktionsabteilung, die alle aktuellen Untersuchungsverfahren abdeckt. Die beiden OP-Säle der Augenklinik sind in den zentral gelegenen OP-Trakt des Schwestergebäudes (Haus 60A) eingebettet.

Herr Professor Behrens-Baumann leitete die Augenklinik bis zu seiner Emeritierung im Juni 2011.

 

 
   
  walterVon Juli 2011 bis November 2012 hat Herr Dr. Sven Walter die kommissarische Leitung der Universitätsaugenklinik übernommen. Nach der Neuberufung von Prof. Thieme fungiert er weiter als leitender Oberarzt der Klinik.

thiemeProf. Dr. Hagen Thieme  ist seit 01.12.2012 neuer Direktor der Universitätsaugenklinik Magdeburg. Prof. Thieme, Jahrgang 1964, hat an der Freien Universität Berlin bis 1995 Humanmedizin studiert. Als Stipendiat des DAAD war er während seiner ärztlichen Ausbildung von 1993 bis 1994 am Joslin Diabetes Centre and Eye Clinic der Harvard School in Boston, USA, tätig. Nach dem Staatsexamen arbeitete er zunächst als Arzt im Praktikum (AIP) in der Augenklinik der Freien Universität (FU) in Berlin und wechselte danach als Forschungsassistent an das Institut für Klinische Physiologie der FU. 1996 folgte die Promotion. 2001 übernahm Prof. Thieme eine ärztliche Tätigkeit an der Augenklinik der Charité-Universitätsmedizin Berlin. 2005 wurde er zum Oberarzt ernannt und wechselte im selben Jahr an die Universitätsaugenklinik Mainz. Bis zu seiner Berufung auf die W3-Professur für Augenheilkunde an die Otto-von-Guericke-Universität war er dort als leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor tätig. Der Facharzt für Augenheilkunde absolvierte außerdem berufsbegleitend eine Zusatzqualifikation zum Master of Health and Business Administration.

Neben langjährigen umfassenden Erfahrungen im gesamten Spektrum der Diagnostik und Behandlung von Augenerkrankungen hat sich Prof. Thieme in seiner klinischen Tätigkeit auf Glaukomoperationen, Netzhautoperationen, Trabekulektomien sowie Linsenimplantationen bei einem Patientenspektrum aller Altersklassen spezialisiert. Einen besonderen Schwerpunkt hat er in den vergangenen Jahren auf die Behandlung des Glaukoms (Grüner Star), insbesondere bei jungen Patienten, gerichtet. Prof. Thieme engagiert sich auf diesem Gebiet u.a. als Mitglied des Vorstandes der Sektion Glaukom in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und ist in der bundesweiten Selbsthilfe Initiative „Glaukom bei Kindern“ aktiv, um Aufklärungsarbeit bei ärztlichen Kollegen, Hebammen und Gesundheitseinrichtungen zu leisten und die Öffentlichkeit für Symptome dieser Erkrankung bei Neugeborenen zu sensibilisieren. Diesen Einsatz möchte er in seiner neuen Tätigkeit fortsetzen und im Rahmen von Veranstaltungen und Aktionen auch in Sachsen-Anhalt intensivieren.

Die fachliche Kompetenz in der bisherigen operativen Tätigkeit von Prof. Thieme fand auch darin hohe Anerkennung, dass die Universitätsaugenklinik Mainz zu einem von sechs Referenzzentren in Deutschland für die minimal invasive Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie (sog. MICS-Technik) ernannt wurde. Diese Technik ermöglicht Kataraktchirurgie durch Öffnungen von nur 1,4mm Breite und konnte durch den neuberufenen Professor nun auch in Magdeburg stärker etabliert werden.

Seine Forschungsschwerpunkte richtet der Wissenschaftler auf die Glaukompharmakologie (klinisch und experimentell) sowie die Glaukomchirurgie (klinisch und experimentell). Dazu gehört ebenfalls sein Einsatz für eine fächerübergreifende Materialforschung in der Augenchirurgie.

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Letzte Änderung: 30.10.2019 - Ansprechpartner:

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